Sturmschäden im Garten

So vermeiden Sie Schäden an Haus und Garten

Unserer Wettersituationen werden immer extremer. Das haben zahlreiche Forscher bereits stichhaltig nachgewiesen und wir spüren es Tag für Tag. Der Winterorkan Friederike hat uns erst vor kurzem wieder daran erinnert, dass wir uns auf solche Situationen einstellen müssen.

So schützen Sie Ihren Garten bei Sturm

Als Eigentümer von einem Haus mit Garten verpflichtet uns der Gesetzgeber sogar dazu, Sturmschäden vorzubeugen. Geht von unserem Grundstück bei extremen Witterungsbedingungen eine Gefahr für fremde Personen aus, stehen wir in der Verantwortung. Es gilt aber nicht nur, unsere Verpflichtungen zu erfüllen.

 Vielmehr bedeutet ein Sturmschaden auch materiellen und ideellen Verlust für uns selbst. Unsere Versicherung mag uns zwar bauliche Dinge und Inventar ersetzen. Der Sturm zerstört aber auch das, was wir als Hobbygärtner liebevoll errichtet und gepflegt haben - für dieses investierte Herzblut gibt es keinen Ersatz.

Die rechtliche Situation kurz dargestellt

Als Grundstückseigentümer müssen wir alle Gefahren abwehren, die eventuell anwesenden Personen, Gebäuden und Einrichtungen auf angrenzenden Grundstücken und Fußwegen zum Verhängnis werden können.

Hundertprozentig kann uns das nie gelingen, denn ein Orkan löst oftmals Schäden aus, die wir vorher nicht absehen können.

Garten Sturm Baum umgefallen

Typisches Beispiel ist der umgestürzte Baum, der Straßenpassanten verletzt oder parkende Autos beschädigt. Um uns gegen Ansprüche abzusichern, benötigen wir eine gute Haftpflichtversicherung für unser Grundstück.

Erleiden wir selbst einen Sturmschaden an unserem Haus, reguliert die Wohngebäudeversicherung diesen Schaden. Dies gilt jedoch nur für fest eingebaute Bauteile direkt am Haus. Dazu zählt auch ein Wintergarten oder eine überdachte Veranda.

Haben wir jedoch vergessen, das Gartenmobiliar rechtzeitig wegzuräumen, und unsere Rattanlounge beispielsweise ist zerstört, zählt diese nicht als fest eingebautes Inventar. Versicherungsansprüche können wir in diesem Fall nur über unsere Hausratversicherung regulieren lassen.


Bäume sind dem Sturm am häufigsten ausgesetzt

Ein Wintersturm trifft Laubbäume zu einer Zeit, in der sie ihre Blätter abgeworfen haben. Deshalb bieten sie nur eine geringe Angriffsfläche.

Vom Frühjahr bis zum Herbst tragen sie jedoch ihre volle Belaubung und dann kann ihnen ein Sturm zum Verhängnis werden.
Deshalb ist es zu jeder Zeit unsere Verpflichtung als Grundstückseigentümer zumindest überhängende Äste rechtzeitig zurückzuschneiden.

Sturm im Garten

Bei Nadelbäumen versetzt uns die Tradition der vergangenen Jahrzehnte hinsichtlich der Bepflanzung in eine schwierige Lage. In den fünfziger bis achtziger Jahren war die Anpflanzung von Fichten, Kiefern, Tannen und Lärchen äußerst beliebt.

Mittlerweile sind diese Flachwurzler längst zu ausgewachsenen Starkbäumen herangereift. Kurz gesagt – wir haben den Anschluss verpasst. Keiner von ihnen ist bei einem Orkan standsicher genug und kann aus dem Boden gerissen werden. Die Schäden, die Stamm und Krone anrichten können, sind verheerend.

Wir werden den veränderten Wettersituationen nur gerecht, wenn wir uns für ein Zurücksetzen entscheiden. Freiwachsende Nadelgehölze mit abgeschnittenen Kronenspitzen sehen jedoch nicht besonders formschön aus.

Deshalb ist es Zeit, über eine Baumfällung und Neubepflanzung nachzudenken. Selbstverständlich müssen hierbei die rechtlichen Voraussetzungen wie eine eventuelle Fällgenehmigung beachtet werden.

Damit Pflanzgefäße nicht zum Wurfgeschoss werden

Pflanzgefäße sind auf der Terrasse, auf Wegen und im Vorgarten äußerst beliebt. Je höher und dichter jedoch ihre Bepflanzung ist, umso mehr Angriffsfläche bieten sie bei einem Sturm.

Kündigt sich ein Sturm an, tun wir gut daran, sie rechtzeitig im Keller, in der Garage oder anderswo in Sicherheit zu bringen. Bei schweren Pflanzgefäßen ist dies jedoch oftmals nicht möglich.

Gemeinsam sind wir stark – wenn wir sie zur Gruppe zusammenrücken, schützen sie sich gegenseitig. Hinlegen ist bedenklich, denn das Substrat kann herausfallen, und die Bepflanzung kann abknicken. Es gibt im Fachhandel aber auch Pflanzgefäße mit Topfstützen als Sturmsicherung.

Sturmschäden im Garten vermeide

Das Wegräumen gilt übrigens auch für Hängeampeln und freistehende Töpfe auf Mauervorsprüngen.

Am Wohnhaus sollte die verstärkte Aufmerksamkeit auch den Blumenkästen dienen. Wir sind ohnehin verpflichtet, sie mit geeigneten Halterungen so zu befestigen, sodass sie nicht abstürzen können. Kündigt sich ein starker Sturm an, ist es dennoch an der Zeit, sie im Haus, in der Garage oder an einem sonstigen Ort in Sicherheit zu bringen.

Bäume und Sträucher zusammenbinden

Bäume und Sträucher lassen sich vor einem angekündigten Sturm selbstverständlich nicht in Sicherheit bringen. Bei Bäumen können wir den Schaden lediglich durch einen rechtzeitigen und jährlichen Rückschnitt - einschließlich der Beseitigung von Totholz - vorbeugen. Noch junge Bäume sollten bereits bei der Pflanzung Pflanzpfähle als Sturmsicherung erhalten.

Blütensträucher hingegen können wir vor Windbruch bewahren, wenn wir sie zusammenbinden. Bei Hochstämmen gestaltet sich dies jedoch als schwierig. Sie sollten rechtzeitig, wie auch hochwachsende Schmuckpflanzen wie Dahlien, mit Pflanzstäben gesichert werden. Beim späteren Einschlagen von Stützhölzern besteht immer die Gefahr, dass die Wurzeln oder Knollen verletzt werden können.

Spielgeräte sichern

Eltern haben sie für ihre Kinder angeschafft, Omi und Opa für ihre Enkel – Spielgeräte sind aus einer Gartenlandschaft kaum noch wegzudenken. Manche von ihnen sind aus Gründen der Kippsicherheit bereits im Boden verankert und können bei einem Sturm nicht umgerissen werden. Gartenspielhäuschen bilden dabei eine Ausnahme. Sie werden lose aufgestellt, und wenn sich der Sturm in ihnen verfängt, können sie meterweise hinweggetragen und zerstört werden. Ähnlich verhält es sich bei lose aufgelegten Sandkastenabdeckungen.

Spielgeräte im Garten schützen

Eine Besonderheit sind die weit verbreiteten Trampoline. Sie sind fast nie im Boden verankert, obwohl sie dem Sturm eine sehr große Angriffsfläche bieten. Lassen sie sich nicht rechtzeitig wegräumen, bevor ein Sturm einsetzt, sollte zumindest ihre Abdeckplane entfernt werden, die wie ein Segel wirken würde. Das leichte Fangnetz bietet dem Sturm eine geringere Basis.

Gartenhäuser und Gewächshäuser sicher aufstellen

Die werksseitig vorgesehene Bausatzbauweise von Gartenhäusern führt oftmals zu mangelnder Vorsicht. Sie werden lose auf einer Betonbodenplatte aufgestellt. Schwere Sturmböen können ein solches Gartenhaus dennoch ausheben oder gar umstürzen. Besser ist es, sie gleich beim Zusammenbau mit im Handel erhältlichen Sturmwinkeln auf der Bodenplatte zu verankern.

Gewächshaus vor Sturmschäden schützen

Gartenhäuser aus Holz bestehen fast immer aus Brettern oder Blockbohlen. Bei der Errichtung werden diese Fertigbauteile fest zusammengefügt.

Ein hochwertiges Gartenhaus ist an allen Ecken mit sogenannten Sturmleisten ausgestattet, welche den Wänden zusätzlichen Halt geben. Die Witterung mit sommerlicher Hitze und winterlicher Kälte lassen das Holz schwinden,Sturmleisten werden locker. Deshalb sollten wir ihren festen Sitz regelmäßig kontrollieren und sie gegebenenfalls neu befestigen. Die gleiche Aufmerksamkeit benötigen Sturmleisten an den Dachgiebeln.

Ob Bausatz oder Eigenbau – Gartenhäuser müssen genauso stabil errichtet werden, wie das Wohnhaus, damit ein Sturm nicht die Dacheindeckung oder einzelne Bauteile abreißen kann.

Das Gleiche gilt für Gewächshäuser, die ebenfalls von der Verankerung im Boden bis hin zum sorgfältigen Aufbau stabil errichtet werden müssen. Kündigt sich ein Sturm an, müssen unbedingt sämtliche Türen und Lüftungsfenster fest verschlossen werden.

Sichtschutzwände benötigen einen festen Stand

Sichtschutzwände können äußerst formschön sein und sie sind deshalb am Gartensitzplatz oder vor der Terrasse sehr beliebt. Ihre große Angriffsfläche kann dazu führen, dass ihre senkrechten Stützen bei einem schweren Sturm über der Bodenhülse abbrechen.

Wir können vorsorgen, indem wir bereits beim Kauf auf Modelle achten, deren Flächen durch Flechtwerk oder Ziergitter durchbrochen sind. Damit verringert sich ihre Gesamtfläche.
Kündigt sich ein schwerer Sturm an, können wir eine Sichtschutzwand mit großer Angriffsfläche durch Seile mit eingeschlagenen Zeltheringen im Boden zusätzlich sichern.

Vorsorgen mit Windschutzgehölzen

Jegliche Art von Vorbeugung ist allemal besser als die Beseitigung und versicherungstechnische Regulierung von Sturmschäden. Wir können unseren Klein- oder Hausgarten weniger anfällig für Stürme machen, wenn wir die Bepflanzung entsprechend gestalten. Dabei kommt Hecken und Gruppen von lose wachsenden Ziersträuchern eine wichtige Bedeutung zu.

Eine durchgehende Hecke unterbricht bei einem Sturm den Luftstrom. In vielen wissenschaftlichen Versuchen wurde zwar festgestellt, dass besonders hinter solchen Barrieren eine Verwirbelung stattfindet. Sonstige Bepflanzungen unmittelbar hinter der Hecke sind jedoch ohnehin nicht empfehlenswert. Legen wir vielmehr einen Rasenstreifen dahinter an, können solche Verwirbelungen keinen Schaden anrichten.

Die Gefahr von schweren Stürmen wie kürzlich dem Winterorkan Friederike ist permanent vorhanden. Nach Aussage der Meteorologen werden solche Ereignisse sogar immer häufiger auftreten. Nur mit Umsicht, Vorsorge und rechtzeitiger Reaktion können wir verhindern, dass wir, unser Garten und unser Haus nicht zum Spielball der Natur werden.

Wir wünschen Ihnen alles Gute und hoffen, dass Ihr geliebter Garten den kommenden Stürmen trotzen wird!

Das könnte Sie auch interessieren:

Bildquellen: Garten Gadgets, Pixabay.com, unsplash.com


Hier geht es zurück zur Startseite von gartengadgets.de