Gartenmöbel aus Holz streichen

Darauf sollten Sie achten

Daniel ist Experte, wenn es um Farbe, Lasur und Lacke geht. Wir haben unseren Gastautor gefragt, worauf es ankommt, wenn man Holz im Garten streichen, lackieren oder lasieren will.

Holz lackieren

Als ich mir vor einigen Jahren eine neue Sitzgarnitur aus Teakholz für die Terrasse zugelegt habe, war mir eines sofort klar: Gartenmöbel streichen gehört ab sofort zu meinem Frühjahrsprogramm.

Denn Holz ist ein Naturprodukt: Holz „lebt“. Wenn Holz Feuchtigkeit abbekommt oder gar nass wird, quillt es auf. Das Volumen wird größer. Wenn Holz trocknet, schrumpft es wieder und das Volumen wird kleiner. Das bedeutet, dass dieses empfindliche Material in regelmäßigen Abständen gewartet, gereinigt und gepflegt werden sollte, um eine lange Lebensdauer der Gartenmöbel zu gewährleisten.

Aber das war es mir wert, denn Holz verleiht dem Garten, der Terrasse oder dem Balkon eine ganz besondere Note. Das natürliche Material wirkt warm, einladend und fügt sich harmonisch in die Umgebung ein.

Holzlasur

Wie oft ich meine Gartenmöbel streichen muss, entscheidet sich bereits beim Kauf. Die ausgewählte Holzsorte hat einen enormen Einfluss auf die Lebensdauer. Holz mit einem sehr hohen Ölanteil, wie z.B. Teakholz ist bestens für Gartenmöbel geeignet.

Möbel aus Fichte oder Tanne hingegen sind weniger geeignet, weil sie wasserabweisende Inhaltsstoffe aufweisen. Zusätzlich ist die Holzstruktur unruhig und mit vielen Ästen durchsetzt. Dadurch bieten diese Hölzer eine natürlich Angriffsfläche für eindringendes Wasser.

Unbedingt beachten: Wenn Sie Gartenmöbel aus Tropenholz kaufen, sollten diese unbedingt über ein FSC-Zertifikat verfügen. Das Zertifikat sagt aus, dass es sich um nachhaltig angebautes Tropenholz von einer Plantage handelt und nicht um Holz aus dem Regenwald.

Lack oder Lasur?

Bei der Frage, ob ich meine Gartenmöbel mit Lack oder Lasur streiche, fällt die Auswahl auf Lasur. Da Lasur offenporig ist, hat das Holz die Möglichkeit Feuchtigkeit aufzunehmen und abzugeben. Das ist bei Lacken nicht der Fall.

Holzlasur

1.) Den richtigen Ort wählen

Die Hersteller von Lacken und Lasuren sind dazu verpflichtet darauf hinzuweisen, dass bei der Verarbeitung und Trocknung für gute Belüftung gesorgt werden muss. Das hat den Hintergrund, dass beim Streichen der Gartenmöbel Dämpfe aufsteigen, die gesundheitsgefährdend sein können.

2.) Achten sie auf ideale Bedingungen

Wenn Sie Ihre Gartenmöbel im Freien streichen, sollte das Wetter warm, trocken und windstill sein. Suchen Sie sich bei schönem Wetter eine windgeschützte Ecke in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon. So vermeiden Sie, dass sich umherfliegende Staubpartikel auf den Möbeln absetzen und sich mit der Lasur verbinden. Staubpartikel führen dazu, dass sich die Fläche nicht glatt anfühlt.

Achtung: Vermeiden Sie auf alle Fälle die Gartenmöbel in der prallen Sonne zu streichen. Sonst kann es passieren, dass ein Teil der Lasur nicht in das Holz einzieht, sondern in der Luft verdunstet.

3.) Unterlagen nicht vergessen

Als ich bei meinen Gartenmöbeln im ersten Jahr nach der Anschaffung voller Tatendrang mit dem Streichen begonnen habe, habe ich schlichtweg vergessen für eine Unterlage zu sorgen. Das hatte zur Folge, dass sich auf den Fliesen meiner Terrasse nun kleine Flecken eingezogener Lasur befinden. Den größten Teil konnte ich schnell wieder entfernen. Aber eben nicht alles.

Tipp: Benutzen Sie als Unterlage Pappe anstelle von Folie. Pappe hat die Eigenschaft herunter getropfte Lasur zu binden. Folie nicht.

4.) Anstrich vorbereiten

Um ein optimales Streichergebnis zu erzielen, muss das Holz sauber, trocken und vor allem frei von alten Anstrichen sein. Daher ist es wichtig das Holz gründlich zu reinigen.

Das mache ich in drei Arbeitsschritten:

1. Zuerst reinige ich die Fläche von etwaigem grobem Schmutz, Spinnweben etc. mit Wasser und einem harten Schwamm. Anschließend lasse ich das Holz gut trocknen.

2. Mit feinem Schleifpapier entferne ich festsitzende Verschmutzungen und etwaigen Unebenheiten des Holzes.

3. Mit einem Microfasertuch entferne ich den feinen Schleifstaub.

So werden die Flächen glatt und fühlen sich weich an, wenn Sie mit der Hand darüber streichen. Nun sind die Poren des Holzes geöffnet und optimal für den nächsten Schritt vorbereitet.

Profi Tipp:
Die Reinigung der Gartenmöbel mit einem Hochdruck Reiniger geht bedeutet schneller. Sie können so jede Ritze und Spalte erreichen und säubern, die Sie mit einem Schwamm nicht erreichen. Achten Sie dabei darauf, dass Sie die Düse nicht zu dicht an dem Holz zu halten, da es sonst zu Beschädigungen kommen kann.

Anschließend lassen die Gartenmöbel 2 Tage trocknen, damit die Feuchtigkeit einweichen kann.

5.) Voranstrich auftragen

Bei der Auswahl der Lasur können Sie zwischen zwei Produktarten wählen:

  • Bei einigen Herstellern wird der Vorstrich und Endanstrich mit einer Lasur vorgenommen.
  • Bei anderen Herstellern gibt es eine separate Lasur für den Vorstrich und eine für den Endanstrich

Der Unterschied liegt darin, dass die Konsistenz für einen separaten Vorstrich etwas dünner ist und dadurch besser ins Holz einzieht. Für welche Variante Sie sich entscheiden, hängt von der Beschaffenheit des Holzes ab.

Für die genaue Vorgehensweise der ausgewählten Lasur orientiere ich mich an den Angaben des Herstellers. Die stehen hinten auf der Dose.

6.) Endanstrich auftragen

Beim Endanstrich streiche ich immer in Richtung der Holzmaserung. Ob ein Endstrich oder zwei nötig sind, hängt von der Sättigung des Holzes ab.

Holzfarbe

Profi - Tipp 1:
Sparen Sie nicht an der Qualität des Pinsels. Billige Pinsel verlieren beim Anstreichen Borsten, die dann mit der Lasur verkleben.

Profi - Tipp 2:
Wenn Sie Lasur auf Wasserbasis verwenden, dann reinigen sie Ihre Pinsel mit warmem Wasser. Verwenden Sie Lasur auf Nitrobasis, dann reinigen Sie ihre Pinsel mit Waschverdünnung.

7.) Trocknen lassen

Geben Sie der Lasur je nach Wetterbeschaffenheit 1 - 2 Tage Zeit, vollständig in das Holz einzuziehen. Wie ich bereits oben erwähnt habe, sollte auch in diesem Fall die Trocknung nicht in der prallen Sonne und möglichst windgeschützt stattfinden.

Abschließend möchte ich Ihnen noch 3 Praxistipps mit auf den Weg geben:

  • Holen Sie Gartenmöbel nach dem letzten Sonnenstrahlen im September oder Oktober herein. Obwohl Holz ein Naturprodukt ist, strapazieren Regen, Schnee und Frost ihren Gartenmöbeln unnötig.
  • Reinigen Sie die Gartenmöbel bevor sie sie hereinholen. So können Sie im Frühjahr Zeit sparen.
  • Lagern Sie die Möbel in einem trockenen und gut belüfteten Raum. So kann das Holz richtig durchtrocknen.

Mit diesen Tipps sorgen Sie für eine lange Lebensdauer Ihrer Gartenmöbel.

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Fotos: Pixabay

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