Rosen Spezial Teil 1:

Rosen pflanzen - so geht es richtig!

Der Herbst ist die ideale Pflanzzeit für Rosen. Sie lieben Rosen und wünschen sich ein schönes Rosenbeet? In diesem Artikel erfahren Sie alles über den richtigen Standort sowie eine fachgerechte Pflanztechnik.

Rosen düngen

1. Der richtige Standort

Eine Rose kann ihre Schönheit und Duft nur an einem vollsonnigen Standort so richtig entfalten.

Bei der Neuanlage von Rosenbeeten ist aber nicht nur der Platz von Bedeutung:  Sehr wichtig ist auch ein gut vorbereiteter Boden. Rosen benötigen für ein gesundes Wachstum und einen reichen Blütenflor ausreichend Nährstoffe und Wasser.

Staunässe ist jedoch unbedingt zu vermeiden.

Boden auflockern

Da Rosen Tiefwurzler sind, ist es notwendig vor der Pflanzung den Boden aufzulockern und von Unkraut zu befreien, dazu sollte er mindestens 50 cm tief umgegraben werden, ungefähr zwei Spatenstich tief. Zur Nährstoffanreicherung ist es ratsam reifen Kompost oder falls vorhanden verrotteten oder kompostierten Stallmist einzuarbeiten.

2. Der richtige pH-Wert zum Rosen pflanzen

Zudem ist der pH-Wert des Bodens vor der Pflanzung von Rosen wichtig. Man kann ihn leicht selbst bestimmen. Im Handel sind dazu Teststreifen bzw. Farblösungen erhältlich.

Rosen lieben einen pH-Wert von 5,5 bis 7,0.

Liegt der pH-Wert unter 5,5, dann ist der Boden zu sauer. Er kann keine Nährstoffe wie Magnesium und Kalium nur schwer aufnehmen.
Abhilfe kann hier die Zuführung von Kalk, beispielsweise Dolomitkalk (100-250 g/ m³) schaffen.

Liegt nun der pH-Wert über 7,0, ist der Boden mit Eisen und Magnesium unterversorgt. In diesem Fall kann man Tannen- oder Fichtennadeln unter die Erde mischen, auch Schwefel ist möglich. Dieser wird in den feuchten Boden eingearbeitet. Nach einigen Monaten muss nochmals eine Kontrolle des pH-Werts erfolgen.

3. Pflanzung auf Sandböden ist nur bedingt möglich 

Ein Sandboden verfügt über eine schnellere Zersetzung und Austrocknung, daher ist eine gute Vorbereitung besonders wichtig.

Dazu arbeitet man einfach einen höheren Anteil Kompost ein. Wichtig ist auch ein gewisser Anteil an Torf, da dieser die Wasserhaltekraft im Boden erhöht.

Rasenschnitt kompostieren

4. Schwere Böden auflockern

Die Bodenstruktur eines schweren Bodens muss vor der Rosenpflanzung aufgelockert werden. Hier reicht eine normale Zugabe von Kompost. Vorteilhaft ist zudem auch eine Einarbeitung von Torf. Dieser sorgt für eine bessere Durchlüftung des Bodens.

Nach Abschluss der Bodenbearbeitung sollte nicht gleich eine Pflanzung erfolgen. Wichtig ist, dass der Boden einige Zeit ruht, er kann sich dann in Ruhe setzen, das ist notwendig, damit sich die bei der Bodenbearbeitung entstandenen Hohlräume wieder schließen können.

5. Kalk und Kalisalze

Des Weiteren benötigen Rosen für ein gesundes Wachstum und eine prächtige Blütenfülle eine ausreichende Versorgung mit Kalk und Kalisalzen. Erste Mangelerscheinungen äußern sich in kleinem und verkrüppeltem Laub und schlussendlich lässt auch das Längenwachstum der Rosen nach.

Normalerweise besteht die Möglichkeit Kalk und auch Kalisalze gleich bei der Bodenbearbeitung mit einzuarbeiten, allerdings muss dann gewährleistet sein, dass zwischen der Bearbeitung und der Bepflanzung mindestens drei Wochen vergehen.

Rosen düngen

Sollte dieser Zeitraum nicht eingehalten werden können, dann muss man unbedingt auf die Gabe von Kalk und Kali verzichten. In diesem Fall kann eine Gabe frühestens erst im darauffolgenden Jahr erfolgen. Zum Einsatz dürfen nur chlorfreie Kalisalze kommen, da Rosenwurzeln im Allgemeinen keinen Chlor vertragen.

Sollte dennoch eine Mineraldüngergabe notwendig sein, dann erst nach dem Anwachsen der Rosen.

6. Rosen vor der Pflanzung richtig behandeln

Der Fachhandel bietet zur Pflanzzeit neben Containerware auch Rosen ohne Ballen an. Containerrosen haben den Vorteil, dass sie das ganze Jahr an frostfreien Tagen bis in den späten Herbst hinein gepflanzt werden können.

Allerdings kann es hier mitunter zu Anwachsschwierigkeiten kommen, da diese Rosen normalerweise in einem speziellen Pflanzsubstrat gezogen werden.

Anders sieht es nun bei Rosen ohne Ballen aus, sie können entweder im Frühjahr nach den letzten Frösten oder im Herbst gepflanzt werden.

Zwergrose pflanzen

Sollte nach der Lieferung nicht gleich eine Pflanzung möglich sein, besteht auch die Möglichkeit, die Rosen einige Tage in einem kühlen Keller zwischenzulagern. Man sollte sie dann lediglich des Öfteren mit Wasser besprühen.

Falls keine kühle Lagerung nicht möglich ist, können die Rosen auch bis zur Pflanzung in Erde eingeschlagen werden. Man setzt dazu die Rosen in ein entsprechendes Einschlagloch, nachdem die Verpackungen entfernt wurden und die Rosenwurzeln in Berührung mit dem Erdreich kommen. Anschließend werden sie angegossen, danach mit Erde bedeckt und diese fest angetreten, um eine Hohlraumbildung im Erdreich zu verhindern, damit die Wurzeln nicht austrocknen.

Beim Kauf von Rosen ohne Ballen sollte man unbedingt auf die Qualität achten. Mit einem Messer oder dem Fingernagel wird leicht etwas Rinde in der Nähe des Wurzelhalses abgekratzt. Bei gesunden Rosen kommen weiße bis gelbliche Wurzeln zum Vorschein. Hingegen weisen schwarze oder dunkle Verfärbungen auf vertrocknete oder erfrorene Wurzeln hin.

 Unbedingt sollte man auch darauf achten, dass auf dem Holz unter der grünen Rinde und auch auf den Trieben keine weißen Verfärbungen vorhanden sind. Ebenfalls darf die Rinde der Triebe nicht geschrumpft sein.

Rosen wässern

Wichtig: Wurzelnackte Rosen sollten vor der Pflanzung mindestens drei bis vier Stunden im Wasser stehen. Containerware bitte so lange tauchen, bis keine Luftblasen mehr entstehen.

Anschließend ist ein Rückschnitt der Wurzeln notwendig. Dabei werden die Wurzeln um die Hälfte eingekürzt und die dicken Wurzeln um ein Drittel. Optimal ist eine Wurzellänge von 25 bis 30 cm. Durch das Kürzen der Wurzeln wird das Wachstum angeregt, sodass die Pflanzen schneller anwachsen können.

7. Die Beste Pflanzzeit für Rosen

Die Zeit zum Pflanzen von Rosen liegt zwischen Oktober und November. Jedoch kann auch eine Pflanzung noch bis in den Dezember hinein erfolgen, allerdings dann nur an frostfreien Tagen. 

Der Grund für eine Pflanzung im Herbst: Die Böden sind noch warm, die Pflanzen können anwurzeln und erfreuen uns im nächsten Jahr mit einer schönen Blütenpracht.

Rosenpflege

Natürlich ist auch eine Pflanzung im Frühjahr möglich, bevorzugt zwischen März und Anfang Mai - nach den letzten Frösten. Für eine Frühjahrspflanzung eignen sich besonders Stammrosen. Diese können aber auch im Herbst gepflanzt werden, dann ist aber eine vermehrte Überwinterungsarbeit notwendig.

8. Die Richtige Pflanztechnik

Eine Pflanzung sollte erfolgen, wenn der Boden gut abgetrocknet ist, denn bei nassen Böden ist das Erdreich verdichtet und dadurch wird der Wasser- und Nährstoffgehalt des Bodens beeinträchtigt.

Beetrose pflanzen

Das Pflanzloch muss ausreichend tief und auch breit sein, die Wurzeln müssen genügend Platz haben. Am besten hält man dazu die Rose vorab ins Pflanzloch. Wichtig ist, dass die Wurzeln nicht gebogen werden. Die Veredlungsstelle muss immer 5 cm unter der Erde sein.

Man sollte die Rose immer etwas tiefer ins Pflanzloch halten, so dass beim Befüllen mit Erde, die Pflanze durch Ziehen immer noch in die richtige Position gebracht werden kann. Die Erde sollte hier mit der Hand ausgebracht und ständig angedrückt werden.

Rose einpflanzen

Nach der Pflanzung ist es ganz wichtig, das Erdreich dann rund um der Rose festzutreten und anzugießen. Eine Erd-Torf-Mischung in einem Mischverhältnis von 1:1 wirkt sich hier günstig auf das Wachstum der Rose aus.

Normalerweise ist bei einer Herbstpflanzung ein Angießen nicht erforderlich, aber dann muss auch gewährleistet sein, dass die Wurzeln vor dem Pflanzen ausreichend gewässert wurden.

Zum Schluss müssen die Neupflanzungen mindestens 20 cm hoch mit einem Erdgemisch angehäufelt werden, um den Bereich rund um den Stamm vor der Wintersonne zu schützen. Diese Erde wird dann im Frühjahr, im April / Mai einfach rund um den Rosen eingearbeitet.

Bei einer Frühjahrspflanzung ist ein Angießen unbedingt notwendig, erst dann wird  angehäufelt und nach vier Wochen, wenn die Rosen beginnen auszuschlagen, kann die Erde entfernt werden.

Das Anhäufeln ist wichtig zum Schutz der feinen Rosenwurzeln vor Frost und Austrocknung.

9. Rosen schneiden

Für ein gutes Anwachsen der Rosen ist nach der Pflanzung ein Rückschnitt notwendig, Ausnahme ist hier die Herbstpflanzung. Hier erfolgt erst im darauffolgendem Frühjahr, nach der Entfernung des Winterschutzes, ein Rückschnitt, da im Herbst die Triebe bei starken Frösten noch weiter zurückfrieren würden und die Rose Schaden nimmt.

Rose schneiden

In der Regel erfolgt ein Rückschnitt bei Busch- und auch Stammrosen auf 3 bis 4 Augen und bei Strauch- und Kletterrosen bleiben lediglich 3 bis 4 kräftige Triebe stehen.
Diese müssen jedoch auf 20 bis 30 cm eingekürzt werden.

Ein kräftiger Rückschnitt garantiert ein gutes Wachstum und eine üppige Blütenpracht. Wird das Zurückschneiden der Rosen vernachlässigt, können diese schnell eingehen, denn aus jedem Auge entsteht ein neuer Trieb. Es bilden sich keine Blüten, sondern nur neue Blätter.
Die Rose braucht dann ständig mehr Wasser zur Versorgung, aber die neuen Wurzeln können den steigenden Wasserbedarf nicht abdecken, Die Folge ist, die Blätter welken und letztendlich sterben die Triebe ab.

10. Rosen schneiden und pflanzen - Video-Anleitung

Vielen Dank an das Zulauf Gartencenter. Die tolle Video-Pflanzanleitung erklärt Schritt für Schritt, wie Sie die Königin der Blumen richtig einpflanzen und Rosen schneiden.


Unser Tipps für Ihre Gartengestaltung

Ein besonderer Blickfang im Garten sind Gruppenpflanzungen. Wichtig ist hier, dass die Pflanzabstände zwischen den einzelnen Rosen eingehalten werden. Man sollte in Abständen von 30 bis 40 cm pflanzen.

Je dichter die Rosen gepflanzt werden, desto leichter können sie den Boden selbst beschatten. Er trocknet nicht so schnell, das Unkrautwachstum wird eingedämmt und die Bodenstruktur positiv beeinflusst.

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